Produkte mit Stevia: Zahnpasta biodent

Auch wenn Stevia in Europa noch nicht als Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzung verkauft werden darf, gibt es doch eine Vielzahl von Stevia Produkten im Handel zu erwerben.

Was ich schon seit einiger Zeit verwende, ist eine Zahnpasta mit Stevia-Inhaltsstoffen.

In der Zahncreme befindet sich kein Fluorid, was ich persönlich sehr beruhigend finde, denn von dem Zeugs halte ich nicht so viel und schließlich ist genug davon z.B. unserem Trinkwasser beigemischt. (Wer sich für diese Thematik interessiert, findet beispielsweise hier oder hier weitere Informationen zur Fluoridierung)

Doch warum ausgerechnet Zahnpasta mit Stevia?

Dem Honigkraut wird nicht nur eine hohe Süßkraft nachgesagt, sondern es wirkt auch gegen Karies. Das ist besonders interessant. Denn angenommen, man könnte einen Großteil seiner Kristallzuckeraufnahme durch Stevia ersetzen, was zur Folge hätte, dass die eigenen Zähne weniger stark angegriffen würden, und nutzt dann noch eine Zahnpasta mit Stevia, deren Inhaltsstoffe vor Karies schützten. Wer benötigt dann noch Fluorid in seiner Zahnpasta? Siehe auch: Artikel auf ORF.at

“Herausgekommen ist, dass das Wachstum durch das Steviosid zwar nicht verhindert wird, aber interessanterweise die Plaque-Bildung verhindert wird”, sagt Projektleiterin Edith Oberkofler, “Das eigentliche Problem bei Zahnkaries – nämlich die Bildung von Plaques – entfällt durch die Behandlung mit Steviosid völlig. Sprich: Man kann das als natürlichen Süßstoff verwenden und es ist auf alle Fälle gesundheitsfördernder als Zucker.”
(Zitat aus oben verlinktem Artikel)

Zugegeben, die Zahnpasta sieht nicht wirklich schön weiß aus und hat auch keine farbigen Streifen. Wenn ich ehrlich bin, erinnert mich meine Stevia Zahncreme immer ein wenig an Fensterkitt.
Auch fand ich den Geschmack zunächst sehr ungewohnt, doch nach zwei- bis dreimaliger Anwendung hatte ich mich an den neuen, leichten Mentholgeschmack gewöhnt. Und nicht nur das, inzwischen möchte ich auf das frische Gefühl nach dem Zähneputzen mit bio dent nicht mehr verzichten. Ich weiß nicht, was es ist, aber ich finde, meine Zähne fühlen sich glatter und sauberer an als früher, wo ich noch reguläre Zahnpasta verwendete.

Hier einmal die Liste der Inhaltsstoffe, wie sie auf der Verpackung steht:

Wasser, Glycerin, Kreide,mikronisierte Grüne Mineralerde, Xanthan, Pfefferminzöl, Meersalz, Rotalgenextrakt, Salbei, Olivenblattextrakt, Stevia, Nelkenöl, Myrrhenextrakt, Grünteeextrakt, pflanzl. Tensid, pflanz. Alkohol.

Ich kann aus meiner persönlichen Erfahrung als Laie in Sachen Zahngesundheit und Anwender der bio dent Zahncreme die Verwendung derselben nur empfehlen, wie auch viele andere tolle Stevia-Produkte doch dazu ein ander Mal mehr.

Freunde und Bekannte fragen mich oft, wo ich die ganzen Sachen denn eigentlich herbekomme. Stevia Produkte sind aber gar nicht so außergewöhnlich. Meist findet man alles was man braucht, in gut sortierten Reformhäusern oder eben im Internet. Wer den meist kleinen und unbekannten Onlineshops jedoch nicht so recht traut, kann die meisten Dinge, wie beispielsweise die bio dent Stevia-Zahncreme auch beim Online-Versand-Riesen Amazon ordern.

Stevia und der Getränkemulti

Stevia rebaudiana ist hierzulande ja immer noch schwer unter Beschuss der Zucker- und Zuckerersatzstofflobby. Aber außerhalb von Europa denken große Lebensmittelkonzerne Nahrungmittelkonzerne schon seit einigen Jahren darüber nach, Stevia auch für ihre Produkte einzusetzen.  So hat beispielsweise die Coca Cola Company schon vor einiger Zeit die ersten Test mit Stevia gesüßter Diet Coke unternommen.

Offensichtlich bereitet sich Coca Cola auf einen weltweiten Vertrieb im großen Stil der eigenen Rebiana-Produkte vor. Eine tolle Meldung, sollte man meinen, dass wurde bestimmt überall verbreitet. Im Spiegel, im Stern, der Bild-Zeitung, im TV oder zumindest in der Apotheken Umschau.
Sie haben davon nichts mitbekommen? Das liegt bestimmt daran, dass die Medien uns eben nicht informiert haben, wie man es erwarten würde. Ich habe es durch Zufall auf einer Internetseite mit Börsenmeldungen und Wertpapier-Ratings in einer kleinen Meldung gefunden. Aber hier soll es ja nicht um Medienkritik gehen, die wird ja schon an anderer Stelle geübt.
Dort wird auch davon ausgegangen, dass der neue Zulassungsantrag der EUSTAS (European Stevia Association) bei der EU nun Aussicht auf schnellen Erfolg hat. Das wäre ja mal etwas das uns alle freuen würde.

Warum wir neue Alternativen zu Zucker und Chemiesüße brauchen

Ich hatte bereits angefangen einen ausführlicheren Text dazu zu verfassen, warum eine Zulassung von Stevia in der EU so wichtig wäre, war dann allerdings doch ein wenig zu bequem und werde weiter unten auf einige Quellen verweisen, die das ganze Thema ausführlicher behandeln. Warum ist Stevia als Alternative also so wichtig?

Nun zum einen brauchen wir keine Studien, um zu erkennen, dass Kristallzucker eine einzige positive Eigenschaft (Süße) und viele negative Eigenschaften besitzt. Zucker macht Speisen und Getränke süß und uns Menschen übergewichtig und krank. Er beeinflusst den Blutzuckerspiegel negativ und zerstört unser Zähne, unseren Darm und, und, und. Das Leute nach Alternative suchen, ist also kein Wunder. Und schnell landet man dann bei den so genannten Light-Produkten, die nicht mit Zucker gesüßt wurden, sondern mit künstlichen Süßstoffen wie Aspartam.
Bevor ich jetzt das Rad nochmal neu erfinde und hier alles zu diesem Thema nochmal niederschreibe, verweise ich lieber auf den ausgezeichneten Artikel im Schikk Blog. Es kann übrigens nicht schaden in diesem interessanten Blog gelegentlich vorbeizuschauen. Auch zu anderen Themen finden sich dort interessante Informationen.

Wenn also der weiße Kristallzucker und chemische Süßstoffe schlecht für uns sind und Stevia trotz millionefacher Nutzung in der ganzen Welt bisher keine schädliche Wirkung vorzuwerfen ist, (diese alberne Rattenstudie und der Fruchtbarkeitsbeeinträchtigung lassen wir mal außen vor, denn soviel Stevia, wie die Ratten dort bekommen haben, kann keiner von uns zu sich nehmen), dann ist die gegenwärtige Situation für mich eine absolute Farce und entlarvt das Gesicht der Gesellschaft in der wir Leben. Einer Gesellschaft die das Wohl von Unternehmen im Auge hat und nicht der Menschen die in ihr leben.

Mein Verständnis von einer freien Gesellschaft sieht jedenfalls so aus, dass um etwas zu verbieten die allgemeine Schädlichkeit dessen bewiesen werden muss. Und selbst dann ist es m.E. ein Eingriff in die persönliche Freiheit jedes Einzelnen ihm/ihr den Konsum solcher Substanzen zu verbieten.  So lange er/sie durch sein/ihr Verhalten niemand anderen schädigt, ist es die persönliche Entscheidung, was mit einer Information über Gefahren eines bestimmten Stoffes zu passieren hat.
Ja, niemand verbietet derzeit Stevia, aber die Nicht-Zulassung der EU macht den Zugriff quasi unmöglich, was in etwa das Gleiche ist wie ein Verbot und außerdem kann man sich als Konsument der Qualität von Stevia-Produkten nicht sicher sein, weil sie eben nicht dem Lebensmittelrecht unterliegen und ein “Badezusatz” halt nicht die gleichen Anforderungen erfüllen muss, wie ein Lebens- oder Nahrungsergänzungsmittel.

Als anregenden Gedankenanstoß zum Schluss, möchte ich noch eine Passage aus dem Blog gesundheitlicheaufklaerung.de zitieren.

Stevia aus Samen ziehen

Im Winter kann man wunderbar darüber nachdenken, was man im Frühjahr so alles anpflanzen möchte.  Da sollte dann das Honigkraut oder besser gesagt Stevia rebaudiana nicht fehlen. Obwohl es inzwischen eigentlich nicht mehr nötig ist, die Pflanze selbst aus den Samen zu ziehen, da es mitlerweile in vielen gut sortierten Gärtnern oder Gartencentern Stevia in den unterschiedlichsten Wachstumsstadien zu kaufen gibt. Natürlich nur als Zierpflanze, denn wie wir wissen, ist Stevia in der EU immer noch nicht als Lebensmittel zugelassen.
Wenn der Hobbygärtner also Stevia anpflanzt, dann kann ihn allerdings niemand daran hindern, hin und wieder das ein oder andere Blatt im Tee oder ganz einfach im Mund verschwinden zu lassen, wovon ich natürlich strikt abraten möchte, denn es fehlt jene wichtige Zulassung als Lebensmittel.

Samen, Steckling oder ausgewachsene Pflanze?

Jedenfalls gibt es neben ausgewachsenen Pflanzen oder Stecklingen im Handel natürlich auch Stevia Samen zu kaufen. Wer also lieber selbst zieht als große Pflanzen zu kaufen, die womöglich mit wer weiß was schon behandelt wurden, kann dies tun. Die Samen sind von verschiedenen Anbietern unter verschiedenen Namen erhältlich. Die Samen der Pflanze heissen  beim Anbieter Dürr Samen z.B. Süßkraut/Süßblatt, bei Sperli finden sich selbige in einer Verpackung mit der Aufschrift Honigkraut.

Es ist bekannt, dass es nicht ganz einfach ist, Stevia rebaudiana aus Samen zu ziehen. Mit einer Keimquote von etwa 20 Prozent sind Sie schon gut dabei. Außerdem benötigen die Stevia Samen eine Keimtemperatur von etwa 20 ° Celsius und die Samen brauchen Licht zum Keimen. Also bitte nicht mit haufenweise Erde bedecken sondern am Besten auf  das Substrat legen und evtl. ein wenig andrücken. Das Substrat nicht zu trocken halten aber unbedingt Staunässe vermeiden. Dann haben Sie die besten Voraussetzungen geschaffen, dass aus Ihren Stevia-Samen auch was wird.

Einen prima Erlebnisbericht zum Versuch aus gekauften Samen eine oder mehrere Pflanzen wachsen zu lassen, findet sich im äußerst interessanten Gärtner-Blog von Stephanie Dann

Demnächst sprechen wir dann darüber wie das mit den Stevia Stecklingen funktioniert und warum man die vegetative Vermehrung der Aussaat vorziehen sollte.

Was ist Stevia

Die Staude Stevia Rebaudiana stammt aus einem Gebiet zwischen Paraguay und Brasilien. Für die Einwohner Südamerikas ist diese beieindruckende Pflanze seit vielen Jahrhunderten selbstverständlich bei der Zubereitung von Getränken, verschiedenen Speisen und für die Herstellung von Medikamenten. Die auch als “Süßkraut” oder “Honigblatt” bezeichnete Pflanze wird vor allem in Asien für unterschiedliche Zwecke verwendet.

Süsse ohne Reue

In Europa wurde Stevia erst im 16. Jahrhundert bekannt, aber kaum beachtet. Ende des 19. Jahrhunderts befasste sich die Wissenschaft erstmals ausführlicher mit der Pflanze. Sie vereint etwa 100 Wirkstoffe, von besonderer Wichtigkeit sind dabei acht Glycoside, die für die außerordentliche Süße des Gewächses sorgen. Das Steviosid beispielsweise ist etwa 300 mal süßer als unser herkömmlicher Haushaltszucker Saccharose. Jedoch kann dieser Süßstoff den Zucker nicht vollkommen ersetzen, da gewöhnlicher Haushaltszucker bei Süßspeisen, in denen er den Hauptbestandteil darstellt, vorteilhafter ist. Hier sorgt er durch das richtige Volumen für einen lockeren Teig. Für Mürbeteig wiederrum kann man Stevia bedenkenlos einsetzen.

Stevia – gut für die Zähne

Unglaublich, aber wahr: Stevia fördert die Zahngesundheit, denn es hemmt die Kariesbildung. Darüber hinaus ist dieser Süßstoff auch für Diabetiker geeignet und enthält so gut wie keine Kalorien. Dank der großen Süßkraft ist der Bedarf an Stevia relativ gering. Da es keinen zusätzlichen Heißhunger auslöst, ist der Zuckerersatz auch für Übergewichtige Menschen eine große Hoffnung. Hinzu kommt natürlich die Tatsache, dass Stevia nicht künstlich hergestellt werden muss, sondern ein rein natürliches Produkt darstellt.

Dennoch wird über die Wirkung von Stevia nach wie vor heftig diskutiert. Einwohner Brasiliens und Paraguays betrachten den Süßstoff als selbstverständlich und scheinen keine bleibenden Schäden durch den Verzehr des Zuckerersatzes davonzutragen. Außerdem wird der Pflanze nachgesagt, herzstärkend zu wirken und sogar den Blutdruck zu senken.
Tierversuche Ende der Neunziger Jahre zeigten jedoch, dass Stevia negative Auswirkungen auf die männliche Fruchtbarkeit haben, sowie eine Toxizität entwickeln kann. Heute steht fest, dass die Ratten, an denen die Wirkung des Süßkrauts getestet wurde, eine zu hohe Dosis verabreicht bekamen. Um diese Menge aufzunehmen, müsste ein Mensch die Hälfte seines Körpergewichts an Stevia zu sich nehmen. Dieses Experiment war sehr unrealistisch und belastet die Pflanze wahrscheinlich zu Unrecht.
In Japan, einem Land, in dem Stevia seit über 25 Jahren zum Süßen von Nahrungsmitteln benutzt wird, sind keine Probleme an die Öffentlichkeit gelangt.

Rechtliche Situation bei Stevia

Aufgrund dieser Verunsicherungen wurde das Süßmittel in Deutschland ab den Neunziger Jahren als Nahrungsmittelzusatz verboten und ist heute kaum noch anzutreffen. Es wird jedoch in einigen Teemischungen verwendet und laut EU-Komission wird eine Einführung von Stevia auf dem deutschen Markt für das Jahr 2010 geplant. Bereits jetzt befindet sich Stevia auch in Zahnpflegeartikeln, da es plaquehemmend wirkt.
Durch das Internet gibt es einen regen Handel aus dem Ausland. Als Pulver, Sirup oder Blätter ist der Süßstoff erhältlich. Diese Art des Verkaufs ist jedoch nicht vollkommen legal und der Konsument hat keine Garantie auf untadelige Ware. Da sie nicht offiziell zugelassen ist, wird sie durch die Lebensmittelbehörde nicht kontroliert. Einen eigenen Beitrag zur aktuellen, rechtlichen Lage habe ich hier zur Verfügung gestellt (Stand Januar 2012)

Infos und tolle Rezepte im Klassiker

“Stevia Sweet Recipes” heißt dieses sehr gute Info und Rezeptebuch von Jeffrey Goettemoeller. Die deutsche Übersetzung “Stevia. Das Rezeptbuch” von Dagmar Mallet hilft auch denen, die der englischen Sprache nicht sonderlich mächtig sind.
Zunächst einmal findet man in diesem Buch Informationen rund um die Stevia-Pflanze und die Wirkung von Stevisol.  Dann geht es aber auch schon los mit den vielen Rezepten.
Süßes ohne den bitteren Nachgeschmack auf der Wage finden sich hier. Ob Getränke, Süßspeisen oder Hauptgerichte, alles finden Sie in diesem Buch.

Lernen Sie zum Beispiel, wie Sie mit Stevia Marmeladen kochen oder ein köstliches Eis bereiten.

Natursüßstoff Stevia – Als Badezusatz zugelassen, als Lebensmittel verkauft

Ohne schlechtes Gewissen Süßes essen und trinken – mit dem Natursüßstoff Stevia soll das möglich sein. Doch in Deutschland ist das Naturprodukt als Lebensmittel immer noch nicht zugelassen. Trotzdem wird Stevia verkauft. Die Verbraucher werden nicht aufgeklärt und tragen die Risiken.

Deutsche Verbraucher, die ihren Kaffee mit Stevia süßen wollen, müssen eventuell gesundheitliche Risiken in Kauf nehmen. Denn offiziell unterliegen Stevia-Produkte der Kosmetikverordnung, als Lebensmittel werden sie offiziell nicht verkauft. Doch längst wird Stevia im Internet oder in Bio-Supermärkten in verschiedenen Formen angeboten: Zu kaufen gibt es Samen, Stecklinge oder ganzen Topfpflanzen, getrocknete Blätter, Flüssigextrakte, vor allem aber gereinigtes Steviosid in Pulver- oder Tablettenform. Steviosid, der weiße Extrakt aus der Stevia-Planze ist rund 300-mal süßer als das Äquivalent Zucker. Meist werden die Produkte als Pflanzendünger oder als Basissubstanz für Kosmetika beworben. Dass Verbraucher die Produkte aber auch als Lebensmittel-Süßstoff verwenden, liegt auf der Hand: So kann es kein Zufall sein, dass etwa die handlichen Stevia-Tabs-Spender der Hersteller „Raab Vitalfood” oder „Gesund & Leben” sehr an die im Handel seit Jahren erhältlichen Süßstoffspender erinnern.

Tatsächlich fand Thomas Reintjes vom Verbraucherportal konsumo.de Stevia im Süßstoffregal eines Biomarkts: „Zumindest in der Kölner Filiale dieser Biokette stand der Steviasüßstoffspender direkt neben anderen Süßungsmitteln. Das führt Verbraucher in die Irre.” Was offiziell als Dünger oder Kosmetikprodukt verkauft wird, darf nicht mit Lebensmitteln verwechselbar sein.

„Der Aufdruck auf dem Spender selbst ließ völlig im Unklaren, um was es sich handelt”, berichtet der konsumo-Sprecher. “Universell einsetzbar – Auch zum Düngen von Pflanzen geeignet”, war auf der Packung zu lesen.

Im Internet kursieren auf bekannten Seiten für Hobbyköche dutzende Rezepte mit Stevia als Süßungsmittel. „Wer sein Essen mit Blättern der Stevia-Pflanze oder Extrakten aus dem süßen Grün verfeinert, sollte jedoch wissen, dass er bei durch das ‘Novel Food’ hervorgerufenen gesundheitlichen Problemen derzeit keine Chance hätte, jemanden dafür zur Verantwortung zu ziehen”, warnt Thomas Reintjes. Denn in der Regel haftet auch kein Hersteller, wenn seine Seife gegessen oder sein Duschgel getrunken wird.

Eine süße Pflanze: Stevia

Das Misstrauen gegenüber synthetischen Süßstoffen intensivierte die Suche nach natürlichen, pflanzlichen Alternativen. Die in Lateinamerika beheimatete und bereits Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte Pflanze Stevia rebaudiana aus der Familie der Korbblütler könnte eine solche Alternative sein, berichtete Privatdozent Dr. Ralf Pude, Geschäftsführer der Lehr- und Forschungsstationen der Universität Bonn, beim Internationalen Diätetik Kongress in Aachen. Stevia speichert in ihren Blättern natürliche Süßstoffe, die, je nach Konzentration, um den Faktor 30 (gemahlene Blätter) bis 300 (aufgereinigt) mal süßer sind als Saccharose, zudem thermisch und physikalisch ausreichend stabil sind und damit den Anforderungen der Nahrungsmittel verarbeitenden Industrie gerecht werden. Die Diskussion um die Eignung von Stevia rebaudiana und ihren Süßstoffen für den menschlichen Verzehr ist in verschiedenen Teilen der Welt mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen geführt worden. Stevia-Extrakte oder ihre isolierten Süßstoffe, vor allem Steviosid, werden seit geraumer Zeit und in größerem Umfang in einigen lateinamerikanischen und asiatischen Ländern, insbesondere Brasilien, Korea und Japan, als Nahrungsmittelzusatzstoffe verwendet. Bisher gibt es von dort keine Berichte über schädliche Auswirkungen auf den Organismus, die auf den Verzehr dieser Produkte zurückzuführen sind. Während der Konsum in Japan bereits seit etwa 30 Jahren in großem Stil erfolgt, ist der Verkauf von Stevia-Produkten in der EU und in den USA derzeit noch mit Hinweis auf nicht ausreichend gesicherte Unbedenklichkeit (z.B. pharmakologische Wirkung oder Mutagenität von Steviol) untersagt. Der nächste Internationale Diätetik Kongress findet am 7. und 8. Oktober 2006 im Kármán Auditorium der RWTH Aachen statt. Die Themen Rheuma, Osteoporose, sekundäre Pflanzenstoffe und Allergien/Unverträglichkeiten bilden die Schwerpunkte. Außerdem findet zum ersten Mal ein Diätassistenten-Symposium statt. Weitere Informationen sind unter www.ernaehrungsmed.de erhältlich.