Stevia als Medizin

Stevia rebaudiana gewinnt in der Medizin immer mehr Bedeutung. Denn es kann für Diabetiker und für Ernährungsbewusste Zucker zu 100 % ersetzen. Stevia ist nicht nur kalorienarm und extrem süß, es dient auch der Gesunderhaltung. Das südamerikanische Kraut, dessen wohltuenden Wirkungen die Indianer nutzten, ist auch in Europa zu genießen. Die Einheimischen der Länder Brasilien und Paraguay nutzen Stevia seit Jahrhunderten traditionell als Medizin und als Süßstoff. Auch in Europa hält das süße Kraut Einzug und kann zukünftig beim Süßen wie Medizin verwendet werden.

Geschichtliches

Der aus dem Tessin stammender Botaniker Moisés Santiago Bertoni untersuchte das süße Kraut im Jahre 1888 und machte es durch seine Beschreibungen bekannt. Ihre wertvollen Inhaltsstoffe fanden in Asien schnell Beachtung und Stevia wird dort als Zuckerersatz verwendet. In Japan werden 40 % des gesamten Zuckerersatzstoffmarktes mit Stevia abgedeckt. Der gesunde Zuckerersatz ist dort als Steviosid bekannt. Deutsche Wissenschaftler begannen seit dem Jahr 1998 mit der weiteren Erforschung der nutzbringenden Pflanze. In der Schweiz sind Steviaprodukte erhältlich.

Stevia wird in Japan und Brasilien als Süßstoff verwendet

In Japan und in Brasilien und in einigen anderen Ländern erobert Stevia die Lebensmittelindustrie. Stevia ist als kalorienfreier und natürlicher Süßstoff ohne Nebenwirkungen zugelassen und Stevia wird sogar vom Coca Cola Konzern für diese Länder verwendet. Stevia ersetzt dabei die bisherigen Zusatzstoffe Saccharin und Nutra-Sweet. Stevia Extrakte kommen in Saucen und Konfekten und alkoholfreien Produkten vor. Stevia deckt in Japan vierzig Prozent der Süßungsmittel ab.

Stevia – ein Segen aus der Natur

In der heutigen Zeit ist Stevia nicht nur für Diabetiker ein Segen. Denn der Zuckerkonsum ist bekannterweise Krankmacher Nummer Eins. Wie Ernährungsbewusste wissen, sind auch die Zuckerersatzstoffe nach den neuesten ernährungsphysiologischen Erkenntnissen nicht empfehlenswert. Stevia bringt die erwünschte Süße und bietet nebenbei eine viel bessere Auswertung aller Vitamine. Mit Stevia kann trotz Hunger auf Süßes das Gewicht reduziert werden und die Glucosetoleranz verbessert sich.

Medizin in Brasilien und Paraguay

Sowohl die brasilianische Kräutermedizin als auch die traditionelle paraguayische Medizin nutzt Stevia auch wegen seiner hypoglykämischen und hypotonischen Wirkungen, die noch durch eine diuretische und herzstärkende Wirkung ergänzt wird. Auch eine generell stärkende Wirkung wird ebenso wie eine empfängnisverhütende Wirkung begrüßt. Insofern ist es wünschenswert, dass auch in Europa der Einsatz der Steviablätter zur Behandlung von Diabetes und Übergewicht, Bluthochdruck, Müdigkeit und Depressionen, sowie bei Süßhunger und Infektionen und Kariesanfälligkeit seine positiven Wirkungen entfalten kann.
Mehr Infos zur Wirkung Stevias bei Zivilisationskrankeiten

Botanisches

Botanisch zählt Stevia rebaudiana zu den Asterales der Korbblütlerfamilie und zur Gattung der Stevien. Stevia rebaudiana wird auch als Eupatorium rebaudianum, Süßkraut, Süßblatt, Honigkraut und atztekisches Süßkraut bezeichnet. Stevia liebt subtropisches Klima. Als Süßkraut nutzen es die Guaraní-Indianer schon seit Generationen und nennen es a’a he’ê. Es wird bevorzugt zum Süßen von Matetee verwendet. Obwohl mehrjährig wird sie meistens als einjährige Pflanze kultiviert. Gegenständige Blätter mit maximal 3 cm Länge zieren die krautige Pflanze, die weiße Blüten hervorbringt. Frost ist sie nicht gewachsen und ihr Keimverhalten ist recht exklusiv. Das Saatgut der Stevia rebaudiana darf nicht älter als ein halbes Jahr sein und die Keimquote liegt unter 20 %.

Inhaltsstoffe

Stevia rebaudiana kann mehr als 100 Inhaltsstoffe aufweisen, die vorwiegend den Flavonoiden und Terpenen angehören. Für die starke Süßkraft, die auch in der Medizin willkommen ist, zeichnen verschiedene Glycoside verantwortlich. Stevioside sind die süßenden Inhaltsstoffe, die gerne in der Küche zum Süßen genutzt werden. Die Stevioside sind gegenüber hohen Temperaturen stabil. 1931 konnten erstmals die Inhaltsstoffe beschrieben werden. Die Phyto-Chemikalien, die den Namen Glykoside tragen, zeigten, dass darunter die Stevioside zu finden sind, die 300mal mehr Süßkraft zeigen, als es herkömmlicher Zucker kann. Die Stevioside sind der größte Bestandteil der Blätter. Weitere Bestandteile sind die Steviolbioside und die Rebaudioside A, C, D, E und F sowie die Dulcoside A.

Medizinische Studien

Die Medizin kann auf zahlreiche Untersuchungen von Stevia zurückgreifen, in denen die wohltuenden Wirkungen des Krautes bestätigt werden konnten. Stevia kann das Herz kräftigen und hilft bei Übergewicht. Es senkt den Blutdruck, verringert den Harnsäure-Spiegel und verhindert Sodbrennen. Wissenschaftliche Studien konnten die blutdrucksenkenden und gefäßerweiternden Eigenschaften bestätigen, ebenso eine antimikrobielle und den Blutzucker senkende Wirkung. Auch in der Zahnmedizin wurde eine plaquehemmende Wirkung bemerkt.

1991 erforschten brasilianische Wissenschaftler in einer Studie die blutdrucksenkenden Eigenschaften von Stevia und 2000 erforschten in China Wissenschaftler mit dem entsprechenden positiven Ergebnis die blutdrucksenkende Wirkung der Pflanze, der sich positiv andauernd über ein ganzes Jahr beweisen konnte. Verantwortlich für die blutdrucksenkende Wirkung sind die weiteren Inhaltsstoffe von Stevia, die neben den Steviosiden vorhanden sind. Das gesamte Herz-Kreislauf-System profitiert ebenso wie die Nierenfunktion von Stevia. Auch Menschen mit niederem Blutdruck profitieren von den natürlichen Wirkungen. Bei weiteren Studien konnte eine Brustkrebs hemmende Wirkung und auch die Karies unterbindende Wirkung festgestellt werden. Stevia kann dem Bakterium namens Streptococcus mutans Einhalt gebieten, das Karies verursacht.

Unbedenklichkeit

Risikodebatten forderte das süße Kraut zum Thema Fruchtbarkeit, obwohl in Tierversuchen Bedenklichkeiten lediglich bei extrem hohen Dosen, die das halbe Körpergewicht betreffen, vermutet wurden. Bestätigt wurde, dass bei einer Dosierung von 38,5 mg Steviosid je kg Körpergewicht keinerlei Toxizität zu bemerken ist. Mögliche Gefahren, die Stevia angeblich mit sich bringen kann, konnten in allen Untersuchungen ausgeschlossen werden. Steviablätter sind ungiftig.

Politisches

Wer Stevia anbauen will, unterliegt innerhalb der EU einer sog. Novel-Food-Verordnung, die bevorzugt gentechnisch veränderte Pflanzen betrifft. Die Verordnung verbietet die Nutzung von Stevia innerhalb der EU. Hingegen werden in der Schweiz immer mehr Menschen bemerkt, die sich auf den örtlichen Wochenmärkten mit großer Begeisterung das gesundheitsbewusste Kraut kaufen. Angeboten wird es in Kräutertöpfen. Nachzulesen sind Beiträge zu Stevia in: Natürliche Süße im Behördendschungel von Udo Kienle. Interessantes ist auch in Stevia-Anbau lohnt sich – 300 mal süßer als Zucker und ohne Kalorien im Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart von 2005 zu finden.

Gesund ohne Nebenwirkungen

Generell zeigt der Einsatz von Stevia auf die Wirkungen auf Medikamenten keinen Einfluss. Dennoch sollten Blutzucker, Blutdruck und Puls immer kontrolliert werden, wenn Stevia verwendet wird.
Die gesunden und süßen Stevia Blätter werden in Brasilien direkt verwendet. Auf eine Tasse Tee können zwei Blätter eine große Süßkraft entfalten. Wer die pulverisierte Form verwenden will, nimmt einen Viertel Teelöffel für eine Tasse. Stevia kann als Blatt, als extrahiertes Pulver, als Tablette und als Kapsel und als wässrige oder alkoholische Lösung zum Einsatz kommen. Für unterwegs sind die rohen Steviablätter ein süßer Snack.
In Deutschland könnte Stevia bereits Einzug halten als kosmetisches Produkt und als Tierfutter, da diese Produkte nicht der Lebensmittelverordnung unterliegen. Übrigens kann Stevia sehr gut auch auf deutschem Boden gedeihen!

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